SHELF LIFE #8 – PROVERBS Philipp Koch
2016
11.2
AUTOMATIC POETRY PERFORMANCE
by & with PHILIPP KOCH, The Automatic Poetry Project, Berlin
LAGE EGAL [OFF SITE]
Linienstraße 141, 10115 Berlin (View on Map)


Sprich-wörtlich
  • "Ich bin ein Wortarbeiter. Ich schreibe. Für Zeitungen, über Kunst, für mich, für ein Publikum, als Spiel und als Antrieb auch für andere. Durch meine fortwährende Auseinandersetzung mit Sprache und Kunst erschien es mir nach einer Zeit intensiverer Beschäftigung mit der Fluxus Bewegung nur natürlich, selber mit Scores zu experimentieren.

    Scores sind die (meist kurzen) Handlungsanweisungen zu Fluxus-Performances, die ein ganz wesentlicher wenn auch hinreichend ephemerer Teil der Kunstpraxis dieser Bewegung war. Ich bin nun von Haus aus kein Performer und so habe ich nach einem Weg gesucht, die Idee der Scores mit Sprache zu verbinden. Herausgekommen ist eine Anleitung zum „Schreiben“ konzeptueller Kurz-Poesie aus bereits existierenden sprachlichen Werken heraus (Lieblingsbücher, Pressemitteilungen zu Ausstellungen etc.).

    Eine Sammlung von Werken, die so entstanden sind, sind als Archiv online für jeden zugänglich und jeder ist aufgerufen, sich mit einer eigenen Arbeit an dem Projekt zu beteiligen. Beides, die Beschäftigung mit den Scores, noch mehr aber die Einbeziehung existierender Sprachwerke hat mich auf die Idee gebracht mit Sprichwörtern zu experimentieren. Sprichwörter – Da brat mir doch einer einen Storch! - sind häufig sehr bunt, metaphorisch, haben „Fleisch“, sind lebendig, auch wenn viele, ja vielleicht die meisten (Sie wissen schon: die Katze im Sack kaufen) langsam aussterben und nach und nach durch neue „Sinn“ - Sprüche ersetzt werden.

    In den Proverbs Arbeiten versuche ich nun, hoffentlich zum Amüsement, einfachste zeichnerische Mittel mit Sinnsprüchen zusammenzubringen. Inzwischen liegen 3 kleine Bücher vor, auf deutsch, englisch und französisch, in einer limitierten Erstauflage von je zehn Stück.

    Zur Vorstellung der drei Publikationen bei TABS wird es eine kleine Einführung in die Entstehung dieser Arbeiten geben, man kann einige der Originalkarten und Büchlein in die Hand nehmen, anschließend wird eine kurze performative Lesung mit Arbeiten des automatic poetry projects dargeboten. Zu dieser gehört auch immer eine Schreibmaschine und jeder Besucher ist im Anschluss eingeladen, sein eigenes Gedicht nach dem kurzen Score zu verfassen. Hierfür werden einige Bücher (deutsch, englisch, französisch) zur Verfügung gestellt, man darf aber natürlich gern sein Lieblingsbuch mitbringen."

    Philipp Koch, Berlin, JAN 2016


SHELF LIFE #8 – PROVERBS



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