MATERIAL #0 Cyrill Lim  •  Marcel Zaes
2016
1.7 – 8.7
VISITING CURATORS
CYRILL LIM & MARCEL ZAES, Bern/Zug/Berlin
LAGE EGAL RAUM FÜR AKTUELLE KUNST
Danziger Str. 145, 10407 Berlin (View on Map)


About
  • Cyrill Lim und Marcel Zaes verstehen ihre gemeinsame künstlerische Praxis als eine Auslotung gegenseitiger Wechselwirkungen zwischen Raum, Akustik, Klang und Ästhetik. Unter dem Titel ‘material #0’ ist unter diesen Aspekten seit 2010 eine Serie skulpturaler Arbeiten entstanden, die nun in LAGE EGAL in Berlin realisiert und präsentiert werden.

    Die Situation vor Ort wird miteinbezogen, indem Aspekte der Ausstellung direkt mit der Architektur des Raumes in Beziehung treten. Folglich werden die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten das Vorgehen stark leiten, da Lim/Zaes' Arbeiten den Raum visuell und akustisch als Parameter mitdenken. Dadurch werden die ausgestellten Arbeiten in jedem Raum variieren und in neuen Versionen umgesetzt.

    Als Ausgangspunkt der Werke steht die Klanglichkeit von Material: Mittels elektromechanischer Übertrager werden Impulse und Schwingungen in das Material geleitet und dieses dadurch zum resonieren gebracht. Welche Resonanz ein Material entwickelt, hängt von seinen Eigenschaften oder den seiner Komponenten, von den Abmessungen des verwendeten Objekts und vom Ausstellungsraum selbst ab.

    Die räumliche Anordnung, und damit sowohl die Interaktion zwischen den einzelnen Werken als auch die Interaktion zwischen den Werken und der Architektur, ist ein weiterer wichtiger Parameter der Ausstellung. Insofern oszilliert Lim/Zaes' Arbeitsweise ständig zwischen Klang, Raum und Bild und widerspiegelt ihre künstlerische Praxis, die sich schwer einer spezifischen Sparte zuordnen lässt und sich in der Vergangenheit als Musikstücke in Konzertsälen, als Konzeptarbeiten in Papierform, oder als Skulpturen in Galerien manifestierte.

    Das Oszillieren in Lim/Zaes' Arbeitsweise führt darüber hinaus dazu, dass der thematische Kern der Arbeit erhalten bleibt: Das physikalisch fassbare Material. Daran interessiert nebst den beschriebenen klanglichen Eigenschaften seine pure Anwesenheit im Ausstellungskontext. Andererseits: Werden Materialien wie Stein, Holz oder Glas im Kontext einer Ausstellung positioniert oder in ihrer Ursprungsform verändert, unterlaufen sie bereits einem Abstraktionsprozess und das Material erscheint unter Umständen nicht mehr als das Material selbst. Es entstehen Skulpturen, die in erster Linie selbstreferentiell sind und deren Gestaltung und Klang sich aus ihren eigenen physikalischen Qualitäten entwickeln. Was Lim/Zaes' als Künstler zutun, ist die äußere Struktur der Anordnung sowie die zeitliche Struktur der klanglichen Intervention. Letzteres verstehen sie als eine Komposition mit aussermusikalischen Klanggebern, deren Abfolge durch einen mathematischen Algorithmus definiert wird, der sicherstellt, dass die rhythmische Ausgestaltung sich stetig verändert und dadurch eine Zeitlichkeit definiert. Die im Raum platzierten Objekte werden so gleichzeitig als Skulptur visuelle und als Instrument klangliche Qualitäten aufweisen, welche den Ausstellungsraum insgesamt zum Resonieren bringen. Der vorgefundene Ausstellungsraum wird in seiner Beschaffenheit Einfluss auf den Algorithmus und dadurch wiederum auf die zeitliche Struktur der Installation haben.


MATERIAL #0
MATERIAL #0
pochen (2014) of the series “material”. Ten suspended panels (60 × 120 cm each) of different materials with attached audio transducers, multichannel audio player, amplifiers, cables and sine wave sounds. 
Dimensions variable. Duration: infinite
pochen (2014) of the series “material”. Ten suspended panels (60 × 120 cm each) of different materials with attached audio transducers, multichannel audio player, amplifiers, cables and sine wave sounds.
Dimensions variable. Duration: infinite
(dis)similar (2014) of the series “material”. Two panels of Styrofoam with attached piezo elements, audio player, amplifiers, cables and impulse sounds. 
Dimensions variable. Duration: 22’
(dis)similar (2014) of the series “material”. Two panels of Styrofoam with attached piezo elements, audio player, amplifiers, cables and impulse sounds.
Dimensions variable. Duration: 22’
scherbeln (2010) of the series “material”. Six audio transducers on windowpanes, audio players, amplifiers, cables and sine wave sounds. 
Dimensions variable. Duration: infinite
scherbeln (2010) of the series “material”. Six audio transducers on windowpanes, audio players, amplifiers, cables and sine wave sounds.
Dimensions variable. Duration: infinite

Photos courtesy of Uwe von Low
 


Mit freundlichen Unterstützung von

 
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